Stefanie Lell wird überraschend Kür-Fünfte
Bei den Rollkunstlauf-Weltmeisterschaften in der brasilianischen Hauptstadt Brasilia konnte Markus Lell zum zweiten Mal seinen Weltmeistertitel in der Kombination verteidigen und zum dritten Mal in Folge die Goldmedaille gewinnen.
Nachdem sich Markus Lell beim Pflichtwettbewerb mit der Vizemeisterschaft eine gute Ausgangsposition für die Kombinationswertung geschaffen hatte, wollte er auch in der Kurzkür punkten. Aufgrund der Auslosung musste er bereits als Dritter der 20 Athleten auf die Bahn und wegen eines Patzers beim Dreifach-Lutz lag er danach auf Rang sieben hinter seinem jahrelangen italienischen Konkurrenten Marco Santucci. Aber Lell nahm in der großen Kür die Herausforderung an. Der 21-jährige Informatikstudent begann sein Programm auf Musik aus "Cirque du Soleil" in einer Choreographie des Tanzweltmeisters Hugo Chapouto furios mit dem schwierigen Dreifach-Rittberger. Der Doppelaxel sowie die dreifachen Lutz, Flip und Toeloop gelangen fehlerfrei und teilweise kombiniert. Hervorragend auch die schwierigen Schrittpassagen genau auf die Musik. Es gab Riesenbeifall als die hohen Wertungen der siebenköpfigen Jury angezeigt wurden. Er wurde fünfter mit 514,5 Punkten hinter dem Brasilianer Gustavo Casado mit 517,8 Punkten. Marco Santucci konnte er mit 507,3 Punkten auf Platz sechs verweisen. Diese drei Allrounder machten dann auch die Medaillen in der Kombination unter sich aus. Markus Lell verteidigte mit großem Punktevorsprung zum zweiten Mal seinen Weltmeistertitel in der Kombination mit 989,7 Punkten vor Casado (958,6) und Santucci (947,3). Riesenfreude auch bei Heimtrainerin Klaudia Rieger-Katzmaier und Bundestrainer Leonardo Lienhard. Hatte es Lell doch in diesem Jahr außerordentlich schwer, sein Trainingspensum zu erfüllen, da er von seinem IT-Studium sehr gefordert wird und viel lernen muss.
Die Überraschung perfekt machte Stefanie Lell, die 24-jährige Schwester des Weltmeisters. Sie war zum ersten Mal seit fünf Jahren wieder bei einer WM am Start und hatte bereits mit ihrem achten Platz bei der Europameisterschaft gezeigt, dass ihre Nominierung gerechtfertigt war. In der Kurzkür kam sie auf Platz acht unter 31 Sportlerinnen. Ebenso wir ihr Bruder ist die in Italien lebende Studentin jedoch eine Kämpfernatur. In ihrem schönen musikalischen und gelungenen Kürprogramm zeigte sie, was in ihr steckt und konnte drei Plätze aufholen. Sie wurde ebenso wie ihr "kleiner" Bruder Fünfte im Kür-Wettbewerb. Die mehrfache deutsche Meisterin Monika Lis aus Berlin wurde Achte
Ein Riesenerfolg auch für den REV Heilbronn, der durch die Medaillengewinne und vorderen Platzierungen von Markus Lell, Stefanie Lell, Jana Kopp und Diana Kalikhman bei den diesjährigen Europa- und Weltmeisterschaften der international erfolgreichste deutsche Rollsportverein ist.