Geschichte des REV Heilbronn

Der Rollschuh- und Eislaufverein Heilbronn seit über 70 Jahren erfolgreich mit Tradition und Trend

Am 6. Oktober 1934 fand die Gründungsversammlung des Eislauf- und Rollschuhvereins e.V. statt. Damit begann eine wechselvolle und erfolgreiche Vereinsgeschichte, deren erster Höhepunkt im September 1939 die Einweihung der Rollschuh-Freibahn auf der Schaeuffelen'schen Insel war. Im Dezember 1944 wurde bei schlimmen Bombenangriffen das Clubhaus zerstört und die Rollschuhbahn beschädigt. Wiederaufbau und späterer Neubau einer Terrazzobahn folgten. Danach ging es unter dem neuen Namen Rollschuh- und Eislaufverein Heilbronn e.V. (REV) kontinuierlich aufwärts und der REV Heilbronn ist seit den 50er Jahren eine Hochburg des deutschen Rollkunstlaufs und gehört zu den erfolgreichsten Vereinen der Stadt Heilbronn.

Insgesamt wurden durch Sportler und Sportlerinnen des REV Heilbronn 18 Weltmeister- und Europameistertitel sowie insgesamt 73 Medaillen bei Welt- und Europameisterschaften gewonnen. Dazu kommen noch die Medaillen bei Junioren- und Jugend-Europameisterschaften und im Jahre 2005 zum ersten Mal ein Weltmeistertitel bei den Junioren. Zahlreiche deutsche Meistertitel sind bei dieser internationalen Erfolgsbilanz eine Selbstverständlichkeit!

Aufgrund der hervorragenden Erfolgsbilanz wurde der REV bereits im Jahr 1971  zum Landesleistungszentrum ernannt, was es möglich machte, eine optimale überdachte Rollsportanlage zu erstellen, welche allen Anforderungen, die an diesen Sport gestellt werden, genügt. So wurden in Heilbronn 1977 die ersten Europameisterschaften im Rollkunstlauf  ausgetragen und ein Jahr später die erste Südmeisterschaft. Bereits sechs deutsche Meisterschaften fanden mit viel Lob für die gute Organisation und die hervorragenden Bedingungen im Rollsportstadion am Europaplatz statt.

Bei allen Maßnahmen und Aktivitäten des Vereins standen und stehen immer die Sportler im Mittelpunkt; das zeigt die seltene zweimalige Auszeichnung mit dem bedeutendsten Nachwuchsförderpreis des deutschen Sports. Sowohl 1988 wie auch 1999 wurde der Verein mit dem begehrten "Grünen Band für vorbildliche Talentförderung im Verein" prämiert.

Der Name sagt es schon, dass seit der Gründung auch der Eissport im Verein vertreten war. Zuerst auf dem Trappensee und dann ab 1980 in der Heilbronner Eislaufhalle, der jetzigen  Knorr-Arena. Nicht unser Metier war dabei das Eishockey, das nach wenigen Jahren in den HEC überging. Auch die Abteilung Eisstockschießen hat sich inzwischen aufgelöst. So aktiv wie eh und je sind jedoch unsere jungen Eiskunstläuferinnen und Eiskunstläufer. Die Eislauf-Abteilung erlebt zur Zeit einen wahren Boom von Interessenten.

Zur Tradition des REV gehört auch das Rollhockey, das gleich nach dem Wiederaufbau wieder am Spielbetrieb teilnahm und teilweise große, auch nationale, Erfolge feiern konnte. Später wurde es ruhiger um die Rollhockey-Abteilung, als der Inline-Trend unsere Jugend erfasste. In den letzten Jahren haben sich jedoch zahlreiche "Ehemalige" zusammengetan, um einmal in der Woche zu trainieren und mit der AH-Mannschaft bei auswärtigen Turnieren aufzuspielen.

Als man im April 1997 eine Werbeaktion in Sachen Inline-Skaterhockey startete, glaubte sicher niemand daran, dass diese Abteilung mit den REV-Dragons in acht Jahren von Null auf über 100 Mitglieder anwachsen könnte. Und außerdem noch so außerordentlich erfolgreich sein würde. Als Mitglieder des deutschen Nationalteams haben die Dragons einen Europameister und mehrere Junioren-Europameister in ihren Reihen. Große Erfolge gab es in der Junioren-Bundesliga und seit mehreren Jahren spielen die Herren I in der 1.Bundesliga Süd. Insgesamt nehmen die Dragons 2006 an fünf Spielrunden teil, darunter mit einer großen Jugendmannschaft und zum ersten Mal auch mit einem Frauen-Team.

Eine große Herausforderung für den Verein und seine engagierten ehrenamtlichen Helfer ist jedes Jahr die Ausrichtung von vier Inline-Nachtläufen, die auf unvermindertes Interesse stoßen. An diesem wohl größten Breitensport-Event im Unterland nahmen im vergangenen Jahr insgesamt über 12.000 Inline-Begeisterte teil.

Sigrid Seeger-Losch